Eisenkrone – Klettersteige im Wilden Kaiser 22.-26.08.2020 – Tourenbericht

Trotz Corona konnte die Tour wie geplant stattfinden. Die 6 Teilnehmer trafen sich am 22.08. um 12.00 Uhr am Parkplatz der Griesner Alm. Die 550 Höhenmeter Aufstieg zum Stripsenjochhaus waren in 1,5 h geschafft. Nach einer kleinen Stärkung und dem Check-in, stand noch der Übungsklettersteig Stripsenkopf auf dem Programm. Bei einsetzendem Nieselregen und schlechter Sicht brachen wir auf. Einigermassen durchnässt erreichten wir das Gipfelpavillion auf dem Stripsenkopf. Leider ohne nennenswerte Aussicht genossen wir den ersten Gipfelschnaps.
Am zweiten Tag stand die Überschreitung des Elamauer Tores mit Ziel Gruttenhütte an. Auf ausgesetzem, seilversichertem Steig ging es in die Steinerne Rinne, in dieser steil über Schutt zum Elmauer Tor. Da wir gut in der Zeit lagen, beschlossen wir noch den 45-minütigen Aufstieg zur Hinteren Goinger Halt dran zu hängen. Leider hatten wir auch dort am Gipfel keine gute Sicht, aber für den Gipfelschnaps reichte es allemal. Zurück am Elmauer Tor schulterten wir die dort zurückgelassenen Rucksäcke und machten uns auf den steilen Abstieg zur Gruttenhütte. Der Weg führte uns über den Jubiläumssteig, teils ausgesetzt, seilversichert, über Leitern und in ständiger Kraxelei zur Hütte. Nachdem wir uns gestärkt und das Zimmer bezogen hatten, wollten wir noch den nahe bei der Hütte liegenden Klettersteig Klamml begehen. Im ersten Teil noch recht einfach, wartete dieser im zweiten Teil mit einer Zweiseilbrücke und einigen D-Stellen auf. Nach dieser schweißtreibenden Exkursion beschlossen wir die Coronabedingt hinter die Hütte verlegte Schlauchdusche zu nutzen.
Der nächste Tag führte uns über den Gamsjägersteig auf den höchsten Gipfel im Wilden Kaiser, die Elmauer Halt 2344 m. Der Abstieg führte über den schönen Kaiserschützen-Steig, der uns teils ausgesetzt über einen Grat und über steile Grashänge in die Rote Rinne und von dort steil bergab zum Hans-Berger-Haus brachte, wo wir uns bei einigen Kaltgetränken von den 1200 Hm Aufstieg und den 1800 Hm Abstieg etwas erholen konnten.
Heute stand die Königsetappe an, Aufstieg aufs Sonneck 2260 m über den schweren und langen Kufsteiner Klettersteig, dann der lange steile Abstieg zum Adlerweg welcher uns in großem Bogen wieder zur Gruttenhütte führen sollte. Mit den Abschiedsworten der Hüttenwirtin „ambitioniertes Unternehmen“ im Ohr, begannen wir zeitig mit dem Abstieg zum Anton-Karg-Haus. Dort musste leider unser Geburtstagskind die Gruppe wegen Fußproblemen verlassen. Während des Zustiegs zum Klettersteig beschlossen weitere zwei Teilnehmer den Klettersteig zu umgehen. Der klägliche Rest von Dreien wagte dann den Einstieg in den Kufsteiner, welcher auf aussichtsreicher Route durch die Steilwände des Gamskarkopfes führt. In den durchaus anspruchsvollen D-Stellen bereitete das Gewicht des Rucksackes noch zusätzliche Probleme. Auch die Strapazen des Vortages machten sich bemerkbar, so dass alle 3 froh waren, als der tolle, aber schwierige Steig gemeistert war. Nach ellenlangem Abstieg und monotonem Aufstieg zur Hütte überraschte uns unser „Aussteiger“ mit einer Runde kaltem Bier.
Der letzte Tag führte uns nochmal über steilen Schutt und einen versicherten Steig zum Kopftörl, von wo wir über eine Schotterhalde zum Stripsenjochhaus „abfahren“ konnten. Dort stärkten wir uns nochmals bevor wir den Abstieg zum Parkplatz und die Heimfahrt antraten.