Hütten-Chronik

Pfälzer Hütte

Pfälzer Hütte

Nach dem Ersten Weltkrieg wuchs das Interesse aller pfälzischen Sektionen des Deutschen Al­pen­vereins sich zusammenzuschließen. Es bestand die Absicht, sich nach Überwindung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten an der praktischen Arbeit des Alpenvereins zu beteiligen. In Landau und Pirmasens dachte man an einen Pfälzer Weg in ein­em der Pfalz nahegelegenen Teil des Hoch­ge­birges. Am 24. Januar 1925 wurde in Neustadt im Deutschen Haus der Verband der pfälzischen Sek­tionen gegründet. Neun Sek­tionen waren vertreten. Der Hauptverein wies dem Ver­band das Arbeitsgebiet Rätikon zu und schlug vor auf dem 2111 m hohen Bettlerjoch eine Hütte zu bauen. In einem Wett­bewerb von 36 Architekten wurde der Entwurf des Liechten­steiner Architekten Ernst Sommerlad berücksichtigt. Der Beginn der Bauarbeiten war der 17. September 1927. Durch die Spenden von Mitgliedern und Gönnern aus der heimischen Wirt­­schaft und durch einen Zu­schuss des Deutsch-Österreichischen Alpen­ver­eins wur­den die Bau­kosten von 100.000 RM aufgebracht. Der Lan­­desfürst stiftete das gesamte Bau­holz und eine Alm­­ge­nossen­schaft schenkte dem pfäl­zischen Sek­ti­on­en­verband das Baugelände am Bettlerjoch. Am 5. August 1928 wurde die Pfälzer Hütte mit einem Festakt, an dem eine stattliche Abordnung der Pirmasenser Sektion teilnahm, der Öffentlichkeit übergeben. Es wurde neidlos anerkannt, dass die Pirmasenser Sektion die meisten Ei­gen­leis­tun­gen erbracht hatte. Die neue Hütte war fortan beliebtes Ziel der Pirmasenser Berg­steiger, die stets ein besonders enges Ver­hältnis zu diesem Haus hielten. Hütten­betreuer von 1928 bis 1939 waren Herr Bauer aus Lud­wigs­hafen und Rudolf Keller aus Pirmasens. Mit Ausbruch des Zweiten Welt­krieges wurden alle Hoff­nun­gen, die sich mit dieser Hütte verbanden, jäh zunichte gemacht. Nur elf Jahre war die Pfäl­zer Hütte in Besitz der Pfälzer Sektionen. Nach Kriegsende kam das Haus ohne Ein­fluss­mög­lich­keiten des pfälzischen Sek­ti­on­en­­verbandes unter Sequester­ver­wal­tung. 1950 erwarb der Liech­ten­steiner Alpenverein die Pfälzer Hüt­te samt Inven­tar für 8400 Franken. Am 23. Januar 1964 kam es zwischen dem pfälzischen Sektionenverband und dem Liechten­steiner Alpenverein zu einem Vertrag, der den Mitgliedern der beim Bau beteiligten pfälzischen Sek­ti­on­en eine gleichberechtigte Mit­be­nut­zung beim Besuch der Hütte einräumt.

Hütte am Ransbrunnen

Hütte am Ransbrunnen

Nach dem Bau der Pfälzer Hüt­te auf dem Bett­­ler­joch bahn­te sich anfangs der 30er Jahre eine andere Entwicklung an. Es entstand der Wunsch in der Nähe von Pir­ma­sens ein Ver­einsheim zu be­sit­zen. Auf dem Rans­­brunner Hof bei Eppenbrunn wurde man fündig. Das alte Hirtenhaus dort wurde gepachtet und neu eingerichtet. Es war in den 30er Jahren Ziel vieler Wanderungen der Mitglieder der Sektion Pirmasens und wurde eifrig genutzt.

Rudolf-Keller-Haus

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Neu­gründung des Vereins erst am 8. 12. 1949 wieder erfolgen. Erster Vor­sit­zen­der wurde der Schul­rat a. D. Rudolf Keller. In der Jahres­haupt­ver­sam­m­lung 1954 wurde bekanntgegeben, dass die Sek­tion wieder ihr eigenes Haus auf dem Rans­brunnen neu zu eröffnen gedenkt. Vielleicht käme auch der Bau eines neuen Hauses im Raum Dahn in Frage, um damit auch den Wünschen der Klet­terer Rech­nung zu tragen. Man entschied sich dann doch für ein neues Haus und begab sich auf Suche nach einem geeigneten Gelände. Die Nähe des Gra­fenfelsens auf dem Stephans­berg war von vorneherein als Standort in die nähere Aus­wahl genommen worden.

Grafenfels

Dort war seit dem 25. Mai 1922 die Gedenktafel der Gefallenen der Sektion Pirmasens des 1. Welt­­krieges an­gebracht. Am 22. Mai 1952 wurde dort eine zweite Tafel mit den Namen der Ge­fal­le­nen des 2. Welt­krieges ein­­geweiht. Am 16. 12. 1954 wur­­­den dann zur Vorbe­reitung ein­es Haus­baues in einer Aus­schus­ssitzung drei Aus­schüsse ge­bil­det, ein Finan­zie­rungs­aus­schuss, ein Bau­aus­schuss und ein Ar­beits­ausschuss. In der Mit­glie­der­ver­samm­lung vom 10. 2. 1955 wurden von Architekt Uhl, der auch Mitglied in der Sektion war, die Pläne vorgestellt. Das Projekt sollte in drei Bauab­schnitten verwirklicht werden. Abschnitt: Haus und Ausbau unten, Wasserleitung etwa 23.000 DM.
Abschnitt: Ausbau des Dachgeschosses etwa 8.300 DM
Abschnitt: Terrasse, Wege, Spielplatz 4.200 DM
Die Bedenken suchte der 1. Vorsitzende zu zerstreuen. Er umriss nochmals das ideale Ziel, das sich der Verein mit dem Bau des Hauses gesetzt hat und forderte die Mitglieder auf mitzumachen, indem er an den guten Willen und die Opfer­bereitschaft aller appellierte. Schon im Juni des gleichen Jahres feierte die Sektion die Sonnwend auf der Lang­mühle und am 23. Juli das Richtfest. Der 1. Bauabschnitt wird im selben Jahr noch beendet. Eine Sandsteinplatte im Eingang hält das Gründungsjahr fest. Insgesamt über 20.000 DM wurden von Mitgliedern, Freunden und Gön­nern der Sektion gespendet. Der zweite Bau­abschnitt war Mitte 1956 schon fertiggestellt und anlässlich der Sonnwendfeier wur­de dem Haus der Name Rudolf-Keller-Haus gegeben. Zur Stärkung der Kameradschaft und der Wirt­schafts­kasse sollten die vielfältigsten Ver­anstaltungen hier abgehalten werden: Hühner­sup­pe­essen, Kartoffel­braten, Lang­mühler Ker­we, neuer Wein mit Keschde und eine wohlgelungene Weihnachtsfeier am 2. Fest­tag. Das Haus wurde von einem Hauswart be­treut. Ein ehrenamtlicher Wirtschaftdienst kümmerte sich um die Bewirtung.

Mit der offiziellen Einweihung ließ man sich viel Zeit. Gleichzeitig mit der Feier des 60-jährigen Bestehens der Sektion Pirmasens wurde das Rudolf-Keller-Haus am 30. Mai 1957, dem Fest Christi Himmelfahrt, offiziell eingeweiht. Am Vor­mittag wanderten 40 Mitglieder zum Gra­fen­felsen um der Toten der Weltkriege zu gedenken. Am Nachmittag waren dann einige Hundert Mit­glieder und Gäste gekommen. Die Festansprache hielt der Vorsitzende Rudolf Keller. Der Ober- ­bürgermeister der Stadt Pirmasens, Jakob Schunk, überbrachte die guten Wünsche der Stadtver­waltung.

Rudolf Keller

Als weitere Gra­tulanten schlossen sich an: Bürgermeister Weber, Lemberg, die Sektions­vor­­sitzenden von Frank­furt am Main, Mann­heim, Zweibrücken und Landau., Herm. Müller vom Pfälzerwald-Verein, Amtsrat Schmidt vom Wasgauclub und Willi Traxel von den Na­tur­freunden. Die Sektion Zweibrücken überreichte uns ein Bild des Rudolf-Keller-Hauses, gemalt von dem Zweibrücker Gustl Groß, nach ihm ist auch die Zweibrücker Hütte benannt, das heute noch seinen Platz in unserem Gastraum hat. Es ziert außerdem als Titelbild diese Chronik, den Wan­der­plan 2005 und die Einladung zu diesem Fest. Der Donnerstag etablierte sich als Sektionsabend und am Samstag traf man sich zu Hüttenabenden auf der Lang­mühle.

In den 80er Jahren entsprachen die sanitären Anlagen nicht mehr den gültigen Vorschriften und Anforderungen. So wurde 1985 der Beschluss gefasst, einen Sanitärtrakt mit Toiletten und Duschen anzubauen. Die Planungen waren im Winter 1985 abgeschlossen und der Bau konnte im Sommer 1986 realisiert werden. Insgesamt kostete das Bauvorhaben „Häuschen am Haus“, wie es genannt wurde über 130.000 DM.

Rudolf-Keller-Haus

Als im März 1999 der heute noch amtierende Vor­stand seine Arbeit aufnahm, galt es in erster Linie die Be­wirtschaftung des Rudolf-Keller-Hauses auf gesunde Füße zu stellen. Zum 1. Januar 2000 wurde das Haus verpachtet. Im Vorfeld mussten viele Auflagen der Baubehörden erfüllt werden. Die Küche wurde vollständig renoviert, Bo­den und Wände gefließt und eine neue Einrichtung samt Fettabscheider installiert. Da die Ausgabe von Speisen und Getränken getrennt werden muss, wurde für den Gastraum eine sehr ansprechende Theke gebaut. In den letzten Jahren erhielt das ge­samte Haus neue Fenster. Der Boden im Gastraum wurde abgeschliffen und versiegelt. Im Jahr 2004 wurden die Grundmauern gegen Feuch­tigkeit ab­gedichtet. Außerdem musste ein neuer Zaun entlang der Rothen­berg­straße angebracht werden. Als weitere Baumaßnahme wurde im Früh­jahr 2005 die Terrasse abgedichtet und mit Fliesen versehen. In diesem Zusammenhang wurde auch ein neues Ge­länder notwendig.

Schon beim Neubau des Hauses 1955 war ein Spiel­platz ins Auge gefasst worden. Dieser wurde aber erst im Jahr 2000 realisiert. Stabile Holz­ge­räte, Schau­­keln und Klet­tergerüste wurden angeschafft und in Eigenregie aufgebaut. Die Hälfte der Kos­ten von 25.000 DM konnten durch Spenden hauptsächlich aus der Wirtschaft, gedeckt werden. Sobald es das Wetter zulässt wird der Spielplatz von unseren kleinen Gästen gerne in Beschlag genommen.

Seit 1999 werden regelmäßig Arbeitseinsätze um und am Haus durchgeführt. Das Gelände ist weitläufig und es bleibt immer etwas zu tun. Unter anderem wurden in den letzten Jahren die Dachrinne teilweise erneuert und das Dach vom Moos der Jahre befreit. Das Haus erhielt einen neuen Anstrich. Auch der Gastraum wurde farblich ansprechend gestaltet und neue Lampen installiert. Wohlige Wärme spendet ein Kaminofen, der mit Holz befeuert wird.

Seit 1. Juli 2000 bewirtschaftet Frau Heide Roth das Rudolf-Keller-Haus. Es ist zu einem geselligen Treffpunkt geworden. Jedermann, ob Wan­derer, Kletterer oder Sänger und auch die einheimische Be­völ­ke­rung fühlt sich hier sehr wohl und lässt es sich gutgehen. Die Feste wie Erbsesuppessen, Sonnwend und Grumbeerebroode haben sich in den letzten Jahren etabliert. Durch Aufstellen eines Zeltes ließ es sich auch schon bei schlechtem Wetter fröhlich feiern.

Unser Dank gilt hier allen Helfern, die sich in den letzten 6 Jahrzehnten auf unserem Gelände nützlich gemacht haben. Ohne diese freiwilligen Helfer kann ein Verein nicht existieren.